Bergkirchweih
Anstich zur Erlanger Bergkirchweih
Anstich zur Erlanger Bergkirchweih

Anstich zur Bergkirchweih

Geschichte der Bergkirchweih

Wir schreiben den
21. April 1755.

Während einer hitzig verlaufenden Stadtratsdebatte entdeckt der Magistrat die Zauberformel:

Prallvolle Keller
+ Vogelschießen
+ Jahrmarkt
+ Vergnügungssüchtige
= Der Hammer


Die schicksalsträchtige Gleichung wird in grauenhaftem Deutsch in der Nr. 37 des "Auszug der neusten Weltgeschichte und schönen Wissenschaften" veröffentlicht:

"Erlang. Nachdeme die sonst in hiesiger Altstadt Erlang auf dem Rathhaus-Platze gehaltene Jahrmärkte wiederum fortgesetzet, und auf den dritten Pfingstfeyertag verleget, auch vor heuer zum erstenmal auf dasigen Schießhaus-Platz den Anfang nehmen, und drey tage hindurch kontinuieren sollen."

Im Klartext: Die Bergkirchweih ist geboren.

Im 18. Jahrhundert überschwemmen zwei Sorten Bier den Erlanger Markt. Für den kleinen Geldbeutel kommt gesundheitsschädliches Dünnbier zum Ausschank, das, "wenn es stark berauschen soll, in großer Menge genossen werden muß und dadurch den Magen äußerst ausdehnt." So rät Magister Fick jedem, der sich nicht frühzeitig selbst morden will, einige Kreuzer draufzulegen und sich an das "Warme" zu halten, starkes Bier, das nach seiner Kenntnis "durch narcotische Zusätze eine widernatürliche Stärke bekommt."

Doch weh: Die ersten 350 Sommer der Stadtgeschichte, gerade wenn der Durst am größten ist, sitzen die Erlanger auf dem Trockenen. Der Kühlschrank ist noch nicht erfunden, der Burgberg noch nicht unterkellert, es fehlen wohltemperierte Lagerkapazitäten, das Bier wird sauer.

So muß das Lebenselixier in der heißen Jahreszeit importiert werden. Aus den kühlen Felsenkellern von Gräfenberg, Lonnerstadt, Dachsbach oder Lauf rollen die Reservefässer, und selbst der schwerfälligste Brauereigaul von auswärts wird von den dürstenden Stadtbewohnern mit lautem Jubel begrüßt.